hechtsuppe's Blog

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Ich kann es drehen,
ich kann es wenden,
ich kann es leugnen,
ich kann es verlachen,
ich kann es von mir stoßen -
mit beiden Händen.


Ich kann mich in Arbeit stürzen,
oder mir Geschichten ausdenken,
mich in Träume flüchten,
mit jemandem flirten,
Nebensächlichkeiten Aufmerksamkeit schenken,
nur um mich abzulenken.


Ich kann mich in Schale werfen,
den dicken Max markieren,
flotte Sprüche klopfen,
wortgewandt das Leben kommentieren,
stundenlang und gestenreich rezitieren,
und mich damit in Belanglosem verlieren.


Ich kann mich gehen lassen,
auf die tägliche Rasur verzichten,
faul auf dem Sofa liegen,
mich fernbedienend unterbelichten,
auf sämtliche Bücher verzichten
und die Weinvorräte vernichten.


So viele Privilegien,
schön, was ich alles kann!
Und doch ist das alles nichts,
was mich auf dem Boden hält,
mich gleichzeitig zum Fliegen bringt;
- widersprüchlich -
als Mensch und als Mann.


Hätte ich es nicht erlebt,
ich würde es nicht wissen,
wie es sich anfühlt,
auf verbrannter Erde zu stehen;
ohne jegliche Habseligkeiten
und ohne etwas zu vermissen.


Es gibt daran Erinnerungen,
Bilder, Gerüche und Stimmen.
Je für sich hilfreich,
um Fesseln zu lösen,
um Ketten zu sprengen,
sich auf Wesentliches zu besinnen.


Und anstatt mich vor der Gegenwart zu verschließen
und mich der Wahrheit zu erwehren,
werde ich nun suchen.
Mit dem Sextanten meiner Erinnerungen,
um eines Tages
an diesen Ort zurückzukehren.

 

13.5.10 19:00

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