hechtsuppe's Blog

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la siesta

Ein Flimmern in der Luft,
gepflasterte, enge Straßen,
Häuser mit kurzen Schatten,
ein Hauch von Rosmarin als Duft.
 
 
Menschenleer - wie verlassen,
für ein paar Stunden,
ehe wieder das Leben pulsiert,
in den Läden und in den Gassen.
 
 
Aus einem Fenster hallt leise Musik;
Gitarren von Kastagnetten begleitet,
wechselnde Takte und Rhythmen,
zeitlos, nicht modern, aber auch nicht antik.
 
 
Eine noch junge, schwarze Katze
auf einem Sims im Haus gegenüber,
sich mit geschlossenen Augen säubernd,
mit der klebrigen Zunge auf ihrer Tatze.
 
 
Von schmalen Gardinen verziert,
die der heiße Wind sanft umspielt,
dadurch kurze Blicke dahinter erlaubt -
für den, der es neugierig riskiert.
 
 
Auf ein geräumiges Zimmer -
spartanisch eingerichtet mit einem Stuhl,
einem kleinen Tisch, bedeckt mit etwas Staub
verräterisch nur im Sonnenschimmer.


Emsig arbeitend, für kühlende Zwecke,
die summenden und rotierenden Blätter
eines betagten Ventilators,
hoch oben an der Zimmerdecke.


Direkt darunter ein Gestell,
die Enden aus Messing geschwungen;
dazwischen straff gespannte Laken,
weiß und strahlend hell.


Der helle Kontrast, der hier im Auge liegt,
unterbrochen nur von etwas Haut,
die sich als Hülle schützend
um einen Körper schmiegt.


Barfuß - von den Zehen,
bis hoch zum Hals;
und nur die letzte Blöße
mit einem Stück Leinen versehen.


In verführerischer Pose,
auf dem Rücken regungslos liegend,
und alles was jenseits dieses Raumes ist,
driftet in diesem Moment ins Bedeutungslose.


Die Lider verschlossen und entspannt,
die Lippen zart benetzt
und einladend leicht geöffnet,
der Kopf gebettet in der rechten Hand.


Betörend, atemberaubend geradezu,
die lockenden Pheromone,
die aus allen Poren kriechen,
und einen verschlingen - im nu.


Die heiße Luft der mittäglichen Stunde,
die alles zum Fließen
das Blut zum Kochen,
alles zum Knistern bringt - zu jeder Sekunde.


Den Brustkorb hebend und senkend,
um sie ein- und wieder auszuatmen,
im gleichförmigen und tiefen Takt,
berauscht, hoffnungsvoll hingebend.


Bis alles verschwimmt vor deinen Augen,
und mit jedem Atemzug gelingt,
dich willenlos, Stück für Stück
- so unendlich nah -
zu sich zu saugen.

 

13.5.10 19:02

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


randbemerkungen / Website (13.5.10 19:48)
Ganz schönes Gedicht.
Dank der Beschreibungen kann man sich die Atmosphäre und Umgebung richtig lebendig vorstellen.